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BKK ProVita

PRESSEMITTEILUNG

Bergkirchen, 28.10.2020

Ärzte sollten sich der Gesundheit der Erde verpflichten

BKK ProVita befürwortet – im Geiste des Hippokratischen Eids – ein planetares Gelöbnis für Gesundheitsberufe

Die Verantwortung für die planetare Gesundheit soll in allen Gesundheitsberufen verankert werden.
Die Verantwortung für die planetare Gesundheit soll in allen Gesundheitsberufen verankert werden.

Wenn die Erde krank ist, kann der Mensch nicht gesund sein – diese Überzeugung ist die Basis eines neuen „Hippokratischen Eids“, den Vertreter:innen von Gesundheitsberufen aus dem In- und Ausland etablieren möchten. Diesen haben sie auf Grundlage der „Deklaration von Genf“ verfasst, die als moderne Fassung des Hippokratischen Eides gilt, und in der jüngsten Ausgabe von „The Lancet“ – einer der ältesten und renommiertesten medizinischen Fachzeitschriften der Welt – zur Diskussion gestellt. In dem dort formulierten „Planetary Health Pledge“ (Versprechen zur planetaren Gesundheit) steht am Anfang das Bekenntnis: „Ich verpflichte mich feierlich, mein Leben in den Dienst der Menschheit zu stellen und die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen, von denen die menschliche Gesundheit abhängt.“

Die Gesundheit der Menschen kann nur in einer gesunden Umwelt gedeihen

Die gesetzliche Krankenkasse BKK ProVita befürwortet diese Initiative. Ihr Vorstand Andreas Schöfbeck sagt: „Die Gesundheit der Menschen kann nur in einer gesunden, intakten Umwelt gedeihen. Deshalb muss Umweltschutz in unserer Gesellschaft mehr Beachtung finden, auch bei den Berufsgruppen, die für die Gesundheit von Menschen zuständig sind.“

„Wir haben dieses Gelöbnis entwickelt, weil das öffentliche Bekenntnis, sich für die Gesundheit anderer einzusetzen, ein ganz wichtiger Schritt im Leben von jungen Mediziner:innen und allen anderen Gesundheitsberufen ist“, erklärt Katharina Wabnitz, deutsche Ärztin und Forscherin an der englischen Universität Cambridge. „Wir leben im Anthropozän, dem Zeitalter, in dem der Mensch den Lebensraum Planet Erde massiv verändert. Die menschliche Gesundheit und letztlich das Überleben der Menschheit, wie auch das vieler anderer Arten, sind stark von diesen Entwicklungen bedroht.“

„Prinzipien der planetaren Gesundheit sollten in Ethos, Ausbildung und Praxis aller Gesundheitsberufe verankert werden“, ergänzt Sabine Gabrysch, Mitautorin und Professorin für Klimawandel und Gesundheit an der Berliner Charité sowie Abteilungsleiterin am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

„Menschen, die für die Gesundheit anderer arbeiten“, sagt Martin Herrmann, Mediziner und Vorstand der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG), ebenfalls Mitautor, „genießen großes Vertrauen. Sie sind wichtige Mediatoren zwischen Wissenschaft, Politik und der Öffentlichkeit und können so die für planetare Gesundheit notwendige gesellschaftliche Transformation vorantreiben.“

Die Autor:innen möchten mit ihrem „Planetary Health Pledge“, der zum Abschluss der Berufsausbildung geleistet werden könnte, eine internationale Diskussion zur Verantwortung der Gesundheitsberufe für die natürlichen Lebensgrundlagen anregen. „Dieser Vorschlag könnte ein wichtiger Anstoß für mehr interdisziplinäre Zusammenarbeit sein, die unabdingbar ist, um die dringenden Herausforderungen gemeinsam und zeitnah zu adressieren“, so Katharina Wabnitz.

Die BKK ProVita übernimmt Verantwortung und handelt sehr nachhaltig

Michael Blasius, Leiter Gesundheitsförderung und Marketing bei der BKK ProVita, sagt: „Wir befürworten den „Planetary Health Pledge“, denn wir wissen: Gesundheit kann nur in einer intakten Umwelt gedeihen. Alle Akteure im Gesundheitswesen müssen sich dieser Tatsache und ihrer Verantwortung bewusst sein. Auch Krankenkassen können hier viel bewegen. Die BKK ProVita handelt in sehr vielen Bereichen sehr verantwortungsvoll und nachhaltig. Dafür ist sie heuer im Finale für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis, der am 4. Dezember in Düsseldorf verliehen wird.“

Hier geht es zum Beitrag über den „Planetary Health Pledge“ in The Lancet (September 30, 2020): https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(20)32039-0/fulltext