Wann gehst du BLUTSPENDEN?

Warum es ganz leicht und so wichtig ist, mit einer Blutspende Leben zu retten

Blutkonserven sind unersetzlich. Sie werden bei der Versorgung von Patient:innen und zur Herstellung von Medikamenten gebraucht . Anlässlich des Weltblutspendetags widmen wir uns diesem lebensrettenden Thema.

Von Christine Winkelmair

Wer kennt sie nicht, die großen Transparente mit der Aufschrift „Heute Blutspende“, die oft an öffentlichen Plätzen zu sehen sind? Blutspenden werden dringend gebraucht, um Leben zu retten. Es gibt viele Blutspender – doch es könnte noch viel mehr geben. Wären da nicht die vielen Vorbehalte und Ausflüchte, warum es gerade jetzt nicht geht. Am heutigen Weltblutspendetag widmen wir uns dem Thema Blutspende. Warum gehen Menschen zum Blutspenden – und warum andere nicht? Wo kann man Blut spenden? Wie läuft eine Blutspende ab? Was muss man beachten? Welche Vorteile haben die Blutspender selbst? Wer kann oder darf überhaupt Blutspenden und wer nicht?


Gerda Hasselfeldt, Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, zum Weltblutspendetag 2022:

Gerda Hasselfeldt, Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes

Der 14. Juni ist Weltblutspendetag. Für das Deutsche Rote Kreuz ist das ein wichtiger Anlass, um darauf aufmerksam zu machen, dass Blutspenden heute wichtiger ist denn je.

Jeder dritte Bundesbürger ist statistisch gesehen mindestens einmal in seinem Leben auf ein Blutprodukt angewiesen. Rund 94 % der Bevölkerung halten Blutspenden für wichtig, 60 % würden auch zur Blutspende gehen, doch nur etwa 3,5 % spenden tatsächlich.

In Deutschland decken die Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes rund 75 % des Gesamtbedarfes ab und tragen damit eine enorme Verantwortung. Mit Kampagnen wie „Erst wenn’s fehlt, fällt‘s auf“ und „Ohne Blut ist Schluss mit lustig“ machen sie immer wieder darauf aufmerksam, dass die Blutversorgung des deutschen Gesundheitssystems keine Selbstverständlichkeit ist.

Gerade während der Corona-Pandemie glich die Versorgungssituation in Deutschland einer Achterbahnfahrt. Auf der einen Seite standen die Wechsel zwischen Lockerungen und Verschärfungen der notwendigen Maßnahmen sowie zahlreiche Corona-bedingte Ausfälle von Blutspende-Terminen in Firmen und öffentlichen Einrichtungen. Demgegenüber müssen die Kliniken Operationen, welche in der ersten Hochphase der Pandemie verschoben wurden, nachholen.

Genau dieses Nachholen von Operationen und Behandlungen, für die Blutprodukte notwendig sind, erleben wir jetzt. Der erhöhte Bedarf kann aber nicht flächendeckend gedeckt werden, da die Zahl der Blutspendenden aktuell zu gering ist. Auf diese Diskrepanz muss in der Öffentlichkeit wie auch im politischen Raum immer wieder hingewiesen werden. Denn wenn das Blut fehlt, können Behandlungen in den Kliniken nicht mehr durchgeführt werden.


Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) macht zum Weltblutspendetag regelmäßig auf die Notwendigkeit von Blutspenden aufmerksam – dieses Jahr unter dem Motto „A, B und 0. – Erst wenn’s fehlt, fällt’s auf.“

Beim DRK findest du Informationen zum Weltblutspendetag 2022.


Nur ein kleiner Teil der Menschen, die Blutspenden für richtig und wichtig erachten, spendet selbst Blut. Das hat verschiedene Gründe. Einer davon – wenn auch sicher nicht der häufigste – ist, dass nicht alle Menschen Blut spenden können.

Wer darf bzw. kann Blut spenden?

  • Blutspenden kann jeder gesunde Mensch vom 18. Geburtstag an bis einen Tag vor seinem 73. Geburtstag. Erstspender können bis zum Alter von 64 Jahren mit dem Blutspenden beginnen.
  • Frauen können viermal, Männer sechsmal im Jahr Blutspenden.
  • Zwischen zwei Blutspenden muss ein Mindestabstand von 56 Tagen liegen.
  • Spendewillige dürfen keine grippalen Infekte oder Erkältungs-Symptome haben.
  • Eine Blutspende ist generell vor oder nach einer (Booster-) Impfung gegen SARS-CoV-2 problemlos möglich.
  • Menschen mit direktem Kontakt zu Coronavirus-Erkrankten werden nicht zur Spende zugelassen.
  • Vier Wochen nach der Genesung von einer Coronavirus-Infektion können Spender:innen wieder zur Spende zugelassen werden.
  • Homosexuelle Männer durften früher nicht Blutspenden. Heute können sie vier Monate nach Beendigung eines „sexuellen Risikoverhaltens“ (gleichgeschlechtlicher Sex mit mehr als einem Partner oder mit einem neuen Partner) Blutspenden.

Fragen an den Spendearzt Dr. Hans-Joachim Knöfel:

Blutspenden hat viele Vorteile – auch für die Spendenden selbst. Wir sprachen mit Dr. Hans-Joachim Knöfel vom Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK):

Dr. Hans-Joachim Knöfel, Spendenarzt
Dr. Hans-Joachim Knöfel, Spendearzt des BRK

Wie wirkt sich eine Blutspende auf den Blutdruck aus?

Er geht zumindest vorübergehend zurück.

Bei welchen gesundheitlichen Problemen hilft Blutspenden?

Blutspender:innen berichten mir, dass es bei Kopfschmerzen oder Nasenbluten hilft.

Woran liegt es, dass das Blut nicht bei allen Menschen gleich schnell entnommen werden kann?

Das Blut muss innerhalb von 14 Minuten gespendet werden, damit es nicht gerinnt. Wenn das Blut zu langsam fließt, kann es daran liegen, dass die Gefäße zu klein bzw. zu eng sind oder dass die Blutspenderin bzw. der Blutspender zu wenig getrunken haben.

Welche gesundheitlichen Vorteile bietet das Blutspenden für die Spendenden selbst?

  • Durch das Blutspenden wird die Blutproduktion angeregt. So erneuert sich das Blut im Körper.
  • Durch die bei jeder Spende durchgeführte ausführliche Befragung mittels Anamnesebogen und die anschließende Bewertung durch den Arzt im Gespräch mit Spender:innen können eventuelle Krankheiten frühzeitig erkannt werden.
  • Gleiches trifft zu auf die regelmäßige Kontrolle von Blutdruck, Puls und Körpertemperatur.
  • Außerdem wird das Blut untersucht und bei Auffälligkeiten werden die Spender:innen informiert. Spender:innen sind also in medizinischer Überwachung.

Blutpräparate können durch kein künstlich hergestelltes Serum ersetzt werden. Je besser und moderner die medizinische Versorgung wird, umso mehr Blut wird benötigt. Die Blutspendedienste des DRK sind die Hauptversorger der Kliniken mit lebensnotwendigen Blutpräparaten.

Schon gewusst?

  • Der Weltblutspendetag ist am 14. Juni, dem Geburtstag von Dr. Karl Landsteiner, dem Entdecker der Blutgruppen. 1907 konnte die erste auf seiner Arbeit basierende Bluttransfusion erfolgreich durchgeführt werden. 1930 erhielt er für die Entdeckung der Blutgruppen den Nobelpreis für Medizin.
  • Der Blutspendedienst des DRK wurde in diesem Jahr 70 Jahre alt. Er wurde 1952 im staatlichen Auftrag gegründet, da nach einem Grubenunglück am 20. Mai 1950 in Gelsenkirchen nicht genügend Blutkonserven in Deutschland zur Verfügung standen, um die zahlreichen Verletzten zu behandeln.
  • Die Organisation und Durchführung der Blutspendetermine beim DRK werden von den sechs regional organisierten Blutspendediensten in den Bundesländern umgesetzt. Von ihnen werden bundesweit täglich rund 200 Blutspendetermine angeboten, pro Jahr insgesamt 40.000.
  • Der Blutspendedienst vom BRK wurde 1953 mit dem Auftrag gegründet, die Versorgung mit Blutprodukten in Bayern sicherzustellen. Mit rund 670 Mitarbeiter:innen, mehr als 230 freiberuflich tätigen Spendeärzt:innen sowie ca. 12.500 ehrenamtlichen Helfer:innen aus den 73 Kreisverbänden des BRK organisiert der bayerische Blutspendedienst jährlich ungefähr 4.000 mobile und 1.100 stationäre Blutspendetermine.
  • Aktuell sind die Blutkonserven wieder einmal knapp. In den Sommermonaten sinkt regelmäßig die Spendenbereitschaft, aber in diesem Jahr besonders. Vermutlich hängt dies damit zusammen, dass erst vor Kurzem die Corona-Einschränkungen weggefallen sind und die Menschen sich wieder vermehrt ihren Freizeitaktivitäten widmen wollen. Gleichzeitig müssen viele Operationen, die während der Pandemie verschoben wurden, nachgeholt werden. Deshalb ist der Bedarf an Blutkonserven aktuell besonders hoch.

Was bewegt Menschen dazu, Blut zu spenden – oder eben nicht? Wir haben im Team der BKK ProVita nachgefragt:

Am 10.01.2018 war es soweit – ich ging das erste Mal zum Blutspenden. Zugegeben, aufgeregt war ich schon, sehr sogar. Vielleicht auch ein bisschen ängstlich.

Meine Eltern waren, soweit ich mich erinnere, nie Blutspenden. Warum, weiß ich nicht. Nachdem ich das Blutspenden durch meine Eltern also nicht mitbekommen konnte, hat es einige Zeit gedauert, bis ich für mich beschloss, es mal auszuprobieren. Man tut schließlich was Gutes. Und es schadet einem ja nicht, dachte ich mir.

Der Blutspendedienst vom Roten Kreuz kommt regelmäßig an meinen Wohnort. Oft hatte ich die Plakate gesehen, wann Termine sind zum Blutspenden. Oft hatte ich mich nicht getraut. Dann, am 10.01.2018, war ich mutig und ging das erste Mal zur Blutspende. Ich war überrascht, wie viel los war und dass man tatsächlich anstehen musste, weil doch viele Menschen zum Blutspenden gehen!

Nach etwas Wartezeit und Anstehen bekam ich einen Fragebogen zu meiner Gesundheit. Diesen bespricht man anschließend mit einem Arzt. Hier werden auch gleich noch Blutdruck, Puls und Fieber gemessen. Dann noch ein kleiner Pieks in den Finger zur Messung des Hämoglobinwertes. Alles ok! Ich durfte mich anstellen zur Blutspende. Aufgeregt war ich sehr – aber völlig umsonst, wie sich herausstellte.

Der Einstich mit der Nadel ist, naja, nicht schmerzhaft, aber halt ein Einstich mit der Nadel. Ich habe noch einen Ball in die Hand bekommen zum Drücken, dann ging es los. Die 500 ml Blut, die abgenommen werden, waren recht schnell gespendet. Dann kam die Nadel auch schon wieder raus, ein Pflaster und Verband drum, und ich blieb noch ein paar Minuten auf der Liege sitzen. Schwindelig wurde mir nicht, mein Kreislauf ist in Ordnung. Dann durfte ich aufstehen, mir etwas zu essen und trinken holen und noch 15 Minuten sitzen bleiben – sollte der Kreislauf doch noch etwas Zeit benötigen. Später am Abend war mir etwas kalt, aber das war bis zum nächsten Morgen auch wieder weg.

Mit der Post habe ich dann meinen Blutspende-Ausweis erhalten. Den habe ich seitdem immer im Geldbeutel. Meine Blutformel steht darauf vermerkt. Das finde ich interessant und vielleicht auch nützlich – man weiß ja nie!

Seitdem gehe ich regelmäßig Blutspenden. Meine kleine Tochter habe ich auch schon einige Male mitgenommen. Sie findet es ganz interessant zuzuschauen und verliert so vielleicht die Angst davor, wie ich sie hatte. Vielleicht geht sie, wenn sie erwachsen ist, früher zum Blutspenden als ich – falls sie das möchte. Das kann und darf zum Glück jeder für sich selbst entscheiden.

Ich kann für mich sagen: Ich bin froh, dass ich vor vier Jahren mutig war und zu meiner ersten Blutspende gegangen bin. Ich kann damit anderen Menschen helfen, und für meinen Körper ist es auch nicht schlimm, vielleicht sogar positiv. Aber dazu will ich nicht mehr sagen, da ich kein Mediziner bin. Da ich regelmäßig Blutspenden gehe, bekomme ich sogar vom Roten Kreuz gratis einen „Gesundheitscheck“ angeboten (Leberwerte, Blutfettwerte und Nierenwert).

Ich war bis jetzt einmal beim Blutspenden, und zwar beim BRK in Aichach. Abgesehen von ein bisschen Schwindel ist es mir gut gegangen. Es hat alles gut geklappt. Künftig will ich öfter hingehen, weil ich gerne helfen möchte.

Ich war bisher siebenmal beim Blutspenden. Tatsächlich habe ich viele Jahre darüber nachgedacht, mich aber nie so recht getraut.

Irgendwann bin ich dann über meinen Schatten gesprungen und einfach hingegangen. Die Spende findet bei uns in Dachau beim BRK statt und ist immer richtig toll organisiert.

Die letzten Male habe ich mich mit meiner Freundin dort getroffen. So haben wir nicht nur Gutes getan, sondern dabei noch eine richtig schöne Zeit verbracht. Nach der Blutspende ist für das leibliche Wohl gesorgt und man hat noch Zeit für nette Gespräche.

Leider war ich seit über einem Jahr nicht mehr bei der Blutspende, weil die Termine immer schnell ausgebucht sind. Die Spendenbereitschaft in Dachau ist offenbar immer noch hoch. Ohne Termin kann man seit der Pandemie nicht mehr spenden.

Ich war schon 72 Mal Blutspenden – offiziell laut BRK. Inoffiziell sogar schon öfter, da einige Blutspenden (in meiner Bundeswehrzeit) nicht angerechnet wurden. Am 23.06.22 kommt meine Spende Nr. 73. Früher ging ich zum Blutspendedienst der Stadt München, seit einigen Jahren zum Blutspendedienst des BRK. Ich gehe zu jeder Spende, die mir möglich ist. Wenn ich den Termin in meiner Heimatstadt verpassen sollte, z. B. weil ich gesundheitlich angeschlagen bin, nehme ich einen der Termine im Nachbarort wahr.

Bisher ist es immer optimal gelaufen, ich hatte nie Probleme. Man nimmt sich eine Stunde Zeit: für die Anmeldung, den Selbstauskunft-Fragebogen, für Temperatur, Blutdruck und Hämoglobinwert messen, das Arztgespräch – und dann geht’s zur Spende. Diese dauert bei mir in der Regel ca. 5 Minuten, dann ist das Maximum von 0,5 Liter gespendet, und ich kann mich am Erfrischungsstand mit einer kleinen Brotzeit versorgen lassen. Mit einem kleinen Dankeschön-Geschenk kann ich anschließend die „Örtlichkeit“ – bei mir das Schulgebäude – wieder verlassen.

Zum Blutspenden bin ich gekommen, da mein Vater auch immer schon Blutspender ist bzw. war. Ich gehe aus drei Gründen zum Blutspenden:

  1. Ich kann damit Menschen helfen. In meiner Tätigkeit bei der Freiwilligen Feuerwehr treffe ich bei Einsätzen immer wieder auf Menschen, die im weiteren Verlauf nach Unfall und Verletzungen auf Bluttransfusionen angewiesen sind. Auch andere Menschen sind auf mein Blut angewiesen, Unfallopfer, chronisch kranke Menschen, die regelmäßig Infusionen benötigen, oder Krebspatienten. Und darunter finden sich auch immer wieder Kinder
  2. Gleichzeitig kann ich für mich selbst, für meine Gesundheit, etwas Gutes tun. Denn durch den regelmäßigen Austausch des Blutes wird die körpereigene Blutbildung angeregt und aktiv gehalten. Gleichzeitig hat dies positive Effekte auf den Blutdruck und auch auf die Blutwerte! So zumindest hat es mir auch mein Hausarzt erklärt.
  3. Der dritte Grund ist, dass meine Blutgruppe (0 Rh +) sehr begehrt ist und für fast alle Menschen verwendet werden kann, was mir vom Blutspendedienst immer wieder gesagt wird.

Ich werde so lange zum Blutspenden gehen, wie es mir der Arzt vom Blutspendedienst auch erlaubt.

Ich gehe seit vielen Jahren regelmäßig zum Blutspenden; mittlerweile schon 57mal – immer, wenn in Pfaffenhofen vom Bayerischen Roten Kreuz dazu eingeladen wird. Die Blutspenden habe ich immer gut vertragen; wichtig ist, vorher eine Kleinigkeit zu essen und natürlich viel zu trinken.

Ich gehe deshalb zum Blutspenden, weil es mir wichtig ist, meinen Beitrag für „alle“ einzubringen, zumal immer zu wenig Konserven zur Verfügung stehen; und man weiß ja nie, wie man selbst einmal betroffen ist.

Gut finde ich auch, dass einmal im Jahr das Blut auf alle Werte untersucht wird und das Ergebnis einem mitgeteilt wird. Dieses gebe ich auch meiner Hausärztin.

Ich hatte vor Kurzem meine 48. Blutspende. Ich spende regelmäßig beim Blutspendedienst des Roten Kreuzes. Bisher habe ich die Spenden gut vertragen und hoffe, es bleibt so. Auslöser meiner ersten Blutspende war die Leukämie-Erkrankung meines Schwagers.

Ich gehe seit mittlerweile ca. 24 Jahren mehr oder weniger regelmäßig zum Blutspenden. Angefangen habe ich mit etwa 20 Jahren. Damals habe ich meinen Motorradführerschein gemacht und wollte einen Nachweis über meine Blutgruppe mit dabeihaben, für den Fall, dass mir etwas passieren sollte. Sehr bald wurde mir klar, dass ich mit meiner Blutspende anderen Menschen etwas Gutes tun kann.

Ich gehe ein bis zweimal im Jahr beim Blutspendedienst des Roten Kreuzes bei uns im Landkreis (oft in Schulen, Pfarrheimen etc.) zum Spenden. Es ist mir bis jetzt immer gut gegangen und ich hatte noch keine Probleme.

Schön ist auch immer die Stimmung unter den Spendern. Es ergeben sich oft nette und zwanglose Unterhaltungen, oft trifft man alte Bekannte. Also langweilig wird es einem nicht!

Leider hatte ich mich im Herbst 2019 durch einen Zeckenbiss mit Borreliose infiziert. Daher durfte ich in den letzten beiden Jahren nicht Blutspenden. Aber für dieses Jahr habe ich mir fest vorgenommen wieder anzufangen!

Ich wollte schon immer Blutspenden gehen, um Bedürftigen zu helfen. Leider geht es aber in meinem Fall nicht. Ich habe öfter Eisenmangel und darf es daher nicht. Dies betrifft leider sehr viele Frauen.

Ich habe zweimal versucht, zum Blutspenden zu gehen. Ich darf jedoch wegen der Medikamenteneinnahme aufgrund meines Asthmas nicht spenden.

Blutspenden werden dringend gebraucht. Das zeigen diese Zahlen, Daten, Fakten:

  • In Deutschland werden täglich 14.000 bis 15.000 Blutkonserven benötigt.
  • Im Jahr 2020 haben Versicherte der BKK ProVita insgesamt 632 Blutkonserven bzw. Blutpräparationen im Rahmen einer ambulanten Behandlung erhalten.
  • Bei den stationären Behandlungen (im Krankenhaus) liegt die Zahl um ein Vielfaches höher. Dabei kann es vorkommen, dass pro Behandlung bis zu 70 Blutkonserven gebraucht werden.
  • Etwa 19 Prozent der Blutkonserven werden bei Krebstherapien eingesetzt.
  • Mit einer Blutspende kann bis zu drei kranken oder verletzten Menschen geholfen werden.

Im Landkreis Dachau organisiert der BRK-Kreisverband Dachau die Blutspende-Aktionen. Vorstand Bernhard Seidenath (MdL):

Bernhard Seidenath (MdL), Vorstand des BRK-Kreisverbands Dachau

Der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes wurde in diesem Jahr 70 Jahre alt. Auch in Dachau gibt es schon sehr lange Blutspendeaktionen. Seit 2016 ist der Blutspendedienst des BRK (BSD) zuständig, zuvor hatte der Blutspendedienst der Stadt München die Organisation inne. Seither baut der BSD zusammen mit dem BRK Kreisverband Dachau die Aktionen und Angebote im Landkreis stetig aus, dabei ist der Zulauf zu den Aktionen erfreulicherweise gestiegen.

Zum momentanen Zeitpunkt werden im Landkreis Dachau jährlich etwa 5.200 Blutspenden geleistet. Pro Termin kommen 160 bis 200 Spenderinnen und Spender, davon knapp 20 % Erstspenderinnen und -spender. Die Blutspenden werden nach Abnahme bei den einzelnen Spendeaktionen gesammelt und noch in der Nacht nach Wiesentheid in Unterfranken ins Produktions- und Logistikzentrum des BSD gebracht. Ab 03:00 Uhr in der Nacht beginnen dort bereits die parallel laufende Laboruntersuchung und die Prüfung sowie die Produktion bis hin zur fertigen Konserve. Nach Abschluss aller Checks und Laboruntersuchungen mit den notwendigen Freigaben stehen die Konserven praktisch schon ab 11:00 Uhr des folgenden Tages zur Verfügung und können an die Kliniken ausgeliefert werden. In Bayern werden täglich etwa 2.000 Konserven benötigt, das entspricht auch in etwa der Menge, die wir täglich bei Blutspendeaktionen im Freistaat sammeln.

Blutspenden werden immer benötigt. Wichtig ist, dass genügend Menschen zum Blutspenden gehen und nachhaltig über das Jahr hinweg die Möglichkeiten zur Spende nutzen. Nur dann ist die Versorgung mit Blutpräparaten gewährleistet. Während der Pandemiephase konnte man zeitweise eine sehr gute Spendebereitschaft messen. Zum momentanen Zeitpunkt ist die Spendebereitschaft deutlich geringer.

Die Altersstruktur der Spenderinnen und Spender liegt im Mittel bei etwa 40 Jahren. Das entspricht in etwa auch dem oberbayerischen Durchschnitt. Im Landkreis Dachau können wir eine ca. 20-prozentige Erstspenderquote messen, die oftmals durch junge Spenderinnen und Spender geprägt ist. Es gibt aber auch viele Menschen im Alter von 35 bis 40 Jahren, die das erste Mal Blut spenden. Wichtig ist, dass insbesondere junge Menschen sich mit dem Thema auseinandersetzen und wenn sie zur Spende gehen, dann auch nachhaltig dranbleiben. Blutkonserven sind nur 42 Tage haltbar, das heißt, zu einer nachhaltigen Versorgung tragen vor allem regelmäßige Spenderinnen und Spender bei.

Ich selbst war auch ein Spätstarter und habe mit etwa 45 Jahren begonnen. Seither versuche ich, jedes Jahr zweimal zu spenden.


Blut spenden und damit Leben retten – eine wunderbare Sache!

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Menschen zum Blutspenden gehen. Fast alle berichten aber von dem guten Gefühl, helfen zu können. Wenn auch du Blutspenden willst, findest du alle Informationen und Termine hier:

Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung: www.blutspenden.de
Deutsches Rotes Kreuz: www.drk-blutspende.de.

Christine Winkelmair

Christine Winkelmair kommt als Bankkauffrau ursprünglich aus dem Finanzwesen. Seit 2006 schreibt sie für die BKK ProVita, seit 2012 fest angestellt in der Stabstelle Unternehmenskommunikation.

Sie liebt Tiere, hält sich gerne in der Natur auf und pflegt ihren Bio-Garten, über den sie auch auf dem Instagram-Kanal der BKK ProVita regelmäßig berichtet.

Christine ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.