Verantwortung
Die Krankenkasse fürs Leben
Unser Unternehmen entwickelt sich
Die BKK ProVita entwickelt sich vom klassischen Verwaltungsapparat zum modernen Gesundheitsdienstleister. Dabei beschäftigen wir uns intensiv mit den Zusammenhängen von Gesundheit, Klima und Umwelt und bringen diese Perspektive auch in die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens ein.
Was treibt uns an?
3 Fragen an Walter Redl, Vorstand der BKK ProVita:
Walter Redl, Vorstandsvorsitzender der BKK ProVita
(Foto: Wolfgang Zwanzger)
Warum sind Klimaschutz und Nachhaltigkeit für die BKK ProVita wichtige Themen?
Als gesetzliche Krankenkasse stellen wir uns unserer gesamtgesellschaftlichen Verpflichtung, uns um die Gesundheit der Menschen zu kümmern. Wir verfolgen den Ansatz der Planetaren Gesundheit (englisch „Planetary Health“). Dieser erkennt an, dass Klima und Gesundheit grundlegend miteinander verbunden sind. Die Menschen sind abhängig von einem intakten Ökosystem, denn gesunde Menschen gibt es nur auf einem gesunden Planeten. Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit sind schon heute deutlich zu spüren.
Wen sehen Sie noch in der Verantwortung?
Es ist der gesamte Gesundheitssektor in Deutschland gefragt. Um widerstandsfähig zu sein, muss er sich an die Auswirkungen des Klimawandels anpassen. Gleichzeitig hat er mit ca. 6% derzeit noch einen hohen Anteil am CO2-Ausstoß und muss selbst Verantwortung für den Klimaschutz übernehmen.
Welche Vision haben Sie für die Zukunft?
Ich wünsche mir, dass sich alle Akteure des Gesundheitssektors auf den Weg zu einer Gesundheitsversorgung machen, die Gesundheit, Klima- und Ressourcenschutz gemeinsam berücksichtigt. Damit das für die gesetzlichen Krankenversicherungen funktioniert, kämpft die BKK ProVita gemeinsam mit unserem BKK Dachverband für einen sicheren gesetzlichen Rahmen: Wir setzen uns in der Initiative „BKK Green Health“ dafür ein, dass Nachhaltigkeit im Sozialgesetzbuch als Richtgröße bei der Verwirklichung sozialer Rechte und für das zugrundeliegende Verwaltungshandeln der Krankenkassen verankert wird.
(Foto: Wolfgang Zwanzger)
„Es ist für uns als Unternehmen wichtiger denn je, Verantwortung zu übernehmen: für unsere Versicherten, unsere Mitarbeitenden und auch alle anderen Bezugsgruppen Wir wissen, dass die Kosten, die durch den Klimawandel auch auf das Gesundheitssystem zukommen, enorm sind. Deshalb setzen wir auf Planetary Health.
BKK Green Health: gemeinsam an einem Strang
Im Juni 2021 wurde von Betriebskrankenkassen, BKK Landesverbänden und BKK Dachverband die Initiative „BKK Green Health“ gegründet, in der auch wir Mitglied sind. Unser Ziel ist es, eine gemeinsame Haltung zum Thema ökologische und soziale Nachhaltigkeit zu entwickeln.“
Angelica Bergmann, Referentin für Nachhaltigkeit der BKK ProVita
Planetary Health – das Gesundheitskonzept für den ganzen Planeten
Warum wir von der BKK ProVita Gesundheit weiter fassen – und Sie dabei unterstützen, dies auch zu tun:
Unser Gesundheitsverständnis ist von der Überzeugung geprägt, dass die persönliche Gesundheit und die Gesundheit unseres Planeten untrennbar verbunden sind. „Planetary Health“ beschreibt dabei die Abhängigkeit des Menschen von einem intakten Ökosystem.
Gesundheitliche Auswirkungen des Klimawandels
Bereits jetzt beobachten wir Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit:
- Zunahme von Hitzewellen
- erhöhte UV-Strahlen-Exposition
- verlängerter Pollenflug
- Zunahme von vektorübertragenen Infektionskrankheiten
- schwerere Verläufe chronischer Erkrankungen
- Zunahme von Antibiotika-Resistenzen
- vermehrte Luftverschmutzung
Tipp:
Was können Sie tun, um Ihre Familie vor der Hitze zu schützen? Holen Sie sich jetzt unseren Hitze-Guide für Familien.
Noch mehr Tipps und Ratschläge, mit denen Sie Hitzebelastungen vorbeugen können, finden Sie beim Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG).
Planetary Health – übersetzt planetare Gesundheit – ist ein Konzept, das einerseits sehr einfach ist und gleichzeitig sehr umfangreich. Denn es befasst sich mit den Zusammenhängen der menschlichen Gesundheit mit den politischen, ökonomischen, sozialen und natürlichen Systemen unseres Planeten.
Die Grundannahme ist: Unser menschliches Wohlbefinden setzt eine intakte Umwelt voraus. Also: ein gesunder Geist in einem gesunden Körper – in einer gesunden Umgebung.
Bisher hatte man im Gesundheitswesen die Gesundheit des Menschen isoliert betrachtet – das heißt, ohne das Ökosystem miteinzubeziehen.
Heute, in Zeiten vielfältiger und tiefgreifender Umweltveränderungen, muss Gesundheit umfassender verstanden werden. Im März 2014 erschien im Medizin-Journal „The Lancet“ erstmals ein Aufruf nach einem Umbau des öffentlichen Gesundheitswesens. Bereits ein Jahr später wurde das Konzept der „Rockefeller Foundation-Lancet Commission on Planetary Health“ veröffentlicht.
Dieses Konzept ist die Grundlage für das Gesundheitssystem der Zukunft und ist als solches ganzheitlich und interdisziplinär ausgerichtet.
So weit der umfangreiche Teil von Planetary Health. Und hier kommt der einfache Teil:
„Klimaschutz ist Gesundheitsschutz„
Das Planetary-Health-Konzept ist Grundlage der 2015 gegründeten Planetary Health Alliance, ein weltweiter Zusammenschluss von 95 Universitäten, Nichtregierungsorganisationen, Regierungsstellen und Forschungsinstituten.
Angestoßen wurden die Überlegungen, die schließlich zum Planetary Health Konzept führten, durch den Arzt und Professor für Allgemeinmedizin Per Fugelli. Er befand bereits im Jahr 1993: „Der Patient Erde ist krank. Globale Umweltprobleme können ernsthafte Konsequenzen für die Gesundheit des Menschen haben. Für die Ärzte ist es Zeit, der Welt eine Diagnose zu stellen und einen Therapievorschlag auszuarbeiten“.
Unabhängig davon entwickelte eine Gruppe von Erdsystem- und Umweltwissenschaftlern das Konzept der „Planetary Boundaries (deutsch: planetare Grenzen). Als solche werden die ökologischen Belastungsgrenzen der Erde bezeichnet. Das Überschreiten dieser Grenzen gefährdet die Stabilität des Ökosystems – und damit das Wohlergehen und sogar die Lebensgrundlage der Menschheit.
Derzeit sind neun planetare Grenzen beschrieben; sieben davon gelten nach dem Planetary Health Check 2025 als überschritten.
Das Konzept Planetary Health beschäftigt sich mit unterschiedlichen Lebensstil-Faktoren, die Grundlage für ein gesundes Leben sind – für den Menschen und den Planeten:
- Verminderung des CO2-Ausstoßes
- fleischarme/fleischlose, überwiegend regionale Ernährung
- mehr (nicht-motorisierte) Bewegung
Jede:r einzelne kann etwas bewirken. Es ist gut, das eigene Verhalten zu ändern. Aber das alleine reicht noch nicht. Wir müssen auch die Verhältnisse ändern. Denn die Strukturen haben sich in einer Art und Weise gewandelt, dass sich immer mehr Menschen ungesund ernähren und sich weniger bewegen.
Dabei unterstützen wir Sie:Wir fördern und bestärken unsere Versicherten bei einer gesundheitsförderlichen Lebensweise und informieren darüber, wie beispielsweise Ernährung und Bewegung zugleich positive Effekte für Gesundheit, Klima und Umwelt haben können.
Wir erstellen Treibhausgasbilanzen
Für die Jahre 2016 bis 2023 haben wir jährliche Treibhausgasbilanzen nach dem Greenhouse Gas Protocol erstellt. Die Bilanz für 2024 befindet sich in der Fertigstellung. Die Bilanz für 2025 soll 2027 erstellt werden.
Stand: September 2026
Unsere bisherigen Reduktionsmaßnahmen
Wir setzen in verschiedenen Bereichen Maßnahmen um, um die mit unserer Geschäftstätigkeit verbundenen Treibhausgasemissionen und den Ressourcenverbrauch zu verringern. Dazu gehören unter anderem:
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- Für unsere Hauptverwaltung in Bergkirchen beziehen wir den mit dem Grüner Strom-Label zertifizierten Tarif „Wirklich Ökostrom“ der Polarstern GmbH. Die gelieferte Strommenge stammt laut Zertifikat vollständig aus erneuerbaren Energiequellen.
- Wir verwenden überwiegend Recyclingpapier mit dem Blauen Engel. Bei Werbemitteln und Büromaterial berücksichtigen wir unter anderem Materialzusammensetzung, Recyclingfähigkeit, Langlebigkeit und dokumentierte Lieferantenstandards.
- An unserem Standort in Bergkirchen stehen Mitarbeitenden Ladepunkte für Elektroautos und E-Bikes zur Verfügung.
- Wir ermöglichen Homeoffice und bieten unter anderem Jobticket und Jobrad an. Zusätzlich unterstützen wir Fahrgemeinschaften durch ein Mitfahrportal und entsprechende Stellplätze.
- Bei Dienstreisen gilt bei uns grundsätzlich „Zug vor Flug“. Für geeignete Termine nutzen wir digitale Besprechungsformate.
- Unsere Einkaufsrichtlinie sieht vor, bei Vergabeverfahren – soweit sinnvoll und angemessen – vergaberechtlich anerkannte Umwelt- und Sozialzeichen zu berücksichtigen. Dazu gehören beispielsweise der Blaue Engel, das EU Ecolabel, das Bio-Siegel und andere Typ-I-Umweltzeichen. Für einzelne Produkte und Dienstleistungen enthält die Richtlinie zusätzliche Beschaffungskriterien.
- Unser Fuhrpark umfasst derzeit drei vollelektrische Fahrzeuge, sechs Plug-in-Hybride und neun Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Bei Ersatz- und Neubeschaffungen berücksichtigen wir unter anderem die Antriebsart und die CO₂-Emissionen nach WLTP.
Stand: September 2026
Verantwortung gegenüber Versicherten
Wir setzen uns auch in anderen Bereichen für gesellschaftliche Verantwortung ein. Wir engagieren uns für die Gesundheitsförderung unserer Versicherten (auch in Unternehmen) durch Aufklärung, Beratung, Gesundheitsleistungen und Präventionsmaßnahmen.
Als gesetzliche Krankenkasse sind wir Teil des solidarisch finanzierten Systems der gesetzlichen Krankenversicherung. Darüber hinaus bieten wir unseren Versicherten Leistungen und Präventionsangebote an und honorieren gesundheitsförderliches Verhalten im Rahmen unserer Bonusprogramme.
Wir legen großen Wert auf Verbraucherschutz und Transparenz. Durch regelmäßige Befragungen und unser Beschwerdemanagement erfassen wir Rückmeldungen unserer Versicherten und nutzen sie für die Weiterentwicklung unserer Angebote und Prozesse. Die Geschäftszahlen zur Finanzentwicklung, Beschwerdemanagement oder Widerspruchsverfahren sowie die Vergütung des Vorstands legen wir offen.
In Bezug auf den Datenschutz haben wir Maßnahmen ergriffen, um einen verantwortungsvollen Umgang mit den Daten unserer Kund:innen zu gewährleisten. Wir haben einen Datenschutzbeauftragten ernannt, schulen unsere Mitarbeitenden und handeln in Übereinstimmung mit der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) und dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG-neu). Alle Mitarbeitenden sind verpflichtet, Verstöße gegen den Datenschutz direkt zu melden und sicherzustellen, dass die Daten der Kund:innen angemessen geschützt werden.
Sustainable Finance
Bei der Auswahl externer Finanzpartner berücksichtigen wir neben der regionalen Verwurzelung und den Anforderungen an den Zahlungsverkehr auch dokumentierte Nachhaltigkeitskriterien der Institute.
Externes Engagement
Uns ist Nachhaltigkeit nicht nur in unseren internen Prozessen wichtig. Wir bringen unsere Erfahrungen zu Planetary Health, Klima und Gesundheit auch in Fachnetzwerke und Kooperationen ein. Dabei arbeiten wir mit anderen Akteur:innen des Gesundheitswesens an konkreten Projekten, Empfehlungen und politischen Rahmenbedingungen.
- Integration des Nachhaltigkeitsaspekts im Präventionsleitfaden: Wir haben an der Weiterentwicklung des Präventionsleitfadens des GKV-Spitzenverbandes mitgewirkt und dabei die stärkere Berücksichtigung von Nachhaltigkeit und Klimaschutz unterstützt.
- Im Rahmen von BKK GREEN HEALTH bringt die BKK ProVita ihre Erfahrungen ein und beteiligt sich am fachlichen Austausch zu Nachhaltigkeit, Klima und Gesundheit. Im September 2026 wurde die Netzwerkinitiative mit dem Deutschen Award für Nachhaltigkeitsprojekte ausgezeichnet – in der Kategorie „Unternehmensstrategie“.
- Gemeinsam mit 61 weiteren Institutionen hat die BKK ProVita 2026 das Eckpunktepapier für eine Nachhaltigkeitsstrategie im Gesundheitswesen unterzeichnet. Darin fordern die Unterzeichnenden verbindliche politische Rahmenbedingungen für eine nachhaltige und gesundheitsfördernde Weiterentwicklung des Gesundheitswesens.
- Zusammen mit dem BKK Dachverband setzten wir uns im Rahmen des Positionspapiers „Restart Prevention: Gesundheit nachhaltig gestalten! Was als erstes zu tun ist!“ für eine nachhaltige Transformation des Gesundheitssystems ein. Das Positionspapier basiert auf den Ausarbeitungen der Netzwerkinitiative BKK GREEN HEALTH, in der wir an den politischen Forderungen mitgearbeitet haben. Gemeinsam setzen wir uns für konkrete Rahmenbedingungen ein, mit denen Klima-, Umwelt- und Gesundheitsaspekte stärker im Gesundheitswesen berücksichtigt werden können
- Teilnahme an der Dialogreihe zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie 2020: Die BKK ProVita beteiligte sich unter der Schirmherrschaft des Bundeskanzleramtes und mit Beteiligung der Bundesministerien an dieser Dialogreihe.
Auszeichnungen
BKK ProVita Finalist beim Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2024
Die BKK ProVita erreichte Ende 2023 zum dritten Mal das Finale des Deutschen Nachhaltigkeitspreises. Beim DNP 2024 wurden im Unternehmenswettbewerb „Vorreiter der Transformation“ verschiedener Branchen ausgezeichnet; die BKK ProVita war Finalistin in der Krankenversicherungsbranche.
Der Finalistenstatus ist ein Ergebnis des Wettbewerbs des Deutschen Nachhaltigkeitspreises. Er stellt keine Zertifizierung der BKK ProVita als „nachhaltiges Unternehmen“ dar.
Für 2023 ist die BKK ProVita als Finalistin in der Kategorie Klima dokumentiert.
Für 2021 war sie Finalistin im damaligen Transformationsfeld Gesellschaft & Fairness.
Michael Blasius, Jacqueline Pech und Walter Redl mit der Finalisten-Urkunde des DNP 2024
Klimaschutzpreis der Vereinten Nationen für unser Gesundheitsförderungsprojekt "Aktion Pflanzen-Power"
Für unser Gesundheitsförderungsprojekt „Aktion Pflanzen-Power“ wurden wir 2018 gemeinsam mit ProVeg e.V. aus einem Pool von weltweit 560 Bewerbungen mit dem Klimaschutzpreis der Vereinten Nationen in der Kategorie „Planetary Health“ ausgezeichnet.
Unterstützung und Zusammenarbeit
Wir sind unter anderem Mitglied bei BKK Green Health, KLUG und dem Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft. In diesen Netzwerken tauschen wir Erfahrungen aus, arbeiten an Projekten und bringen unsere Perspektive zu Planetary Health, Gesundheit und Nachhaltigkeit ein.