Saftig und köstlich: Schokoladen-Kuchen mit Roter Beete

Wie die gesunde Knolle euren Lieblingskuchen noch besser macht

Rote Beete ist vielseitig, gesund und lecker. Doch wusstest du, dass sich die geniale Knolle auch wunderbar im Kuchen macht? Heute bereiten wir einen Rote-Beete-Schokokuchen zu, der köstlich saftig und schokoladig schmeckt, trotz – oder gerade weil – er Rote Beete enthält. Und da sich Rote Beete sehr gut lagern lässt, erhältst du sie auch im kargen Februar noch aus regionalem Anbau. Deshalb ist die süßlich-erdige Rübe mein „Veggie des Monats Februar“ und der heimliche  Star meiner winterlichen Backstube.

Raus aus der Erde, rein in die Gourmet-Küche!

Die Winter-Rüben-Saison ist im Februar in vollem Gange. Mittendrin Rote Beete – voller Aroma, gesunder Power und bemerkenswert vielseitig.

So kennen wohl die meisten Rote Beete. Oder Rote Bete? Kurz: Beides geht. „Bete“ ist die ältere, tradierte Schreibweise, „Beete“ die neuere. Die tiefrote Knolle kommt aus der gleichen Familie wie Zuckerrübe und Mangold und stammt ursprünglich aus dem nordafrikanischen Raum, bevor die alten Römer auf den Geschmack kamen und sie mit nach Europa brachten.

Rote Rübe: vielseitig, wandelbar, wunderbar

Die rote Rübe, Rahne, Runkelrübe, Rande, Rotmöhre, Rone oder Salatrübe – wie sie noch genannt wird – kann viel mehr, als sich gekocht sauer einlegen zu lassen und in Salaten zu glänzen. Rote Beete schmeckt roh, gedünstet, gebraten oder gekocht. Doch in schokoladigem Gebäck verschafft sie dem Teig nicht nur die notwendige Feuchtigkeit, sondern gibt ihm auch ein besonderes tiefes Aroma.

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Foodbloggerin und Kochbuchautorin Lea Green zeigt dir in diesem Reel, wie sie mit der gesunden Knolle einen herrlichen Kuchen zaubert.

Vitalstoff-reiches Powergemüse

Rote Beete versorgt Kuchen oder Muffins zusätzlich mit Mikronährstoffen, wie z.B. mit B-Vitaminen und Kalium. Außerdem liefert die Knolle reichlich Folsäure und Eisen. Diese Spurenelemente werden für die Blutbildung benötigt.

Rote Beete liefert auf 100 g folgende Mikronährstoffe:

  • Kalium            407 mg
  • Folsäure        83 (µg)
  • Eisen              0,9 mg

Rote Beete enthält außerdem Nitrat und weitere Stickstoffverbindungen, die positiv auf den Bluthochdruck und bei Diabetes wirken können. Nitrat wird im Körper in Nitrit umgewandelt, welches einen entspannenden Effekt auf Blutgefäße hat. Außerdem kann Rote Beete bei Diabetikern die Stickstoffproduktion im Körper ankurbeln, wodurch der Blutzucker besser kontrolliert werden kann.

Wir wollen es nicht versäumen, darauf hinzuweisen, dass Rote Bete aus Düngemitteln und dem Boden Nitrate speichern kann. Neben den genannten gesundheitlichen Vorteilen können sich die Nitrate unter bestimmten Bedingungen in gesundheitlich bedenkliche Nitrosamine umwandeln. Säuglinge unter fünf Monaten sollten daher keinesfalls Rote Bete erhalten. Auch Erwachsene sollten Rote Rüben nicht in übermäßigen Mengen und nicht täglich verzehren, sondern auf eine frische, regionale und abwechslungsreiche Ernährung achten.

Aber nicht nur die inneren Werte der Roten Beete können sich sehen lassen. Auch die rote Farbe hat eine Funktion: Sie stammt von dem enthaltenen Betanin, welches zu den Flavonoiden zählt, denen antioxidative Eigenschaften zugeschrieben werden. Diese unterstützen das Herz-Kreislaufsystem und beugen Herzkrankheiten vor.

Achtung bei Problemen mit Gicht und Rheuma

Rote Beete ist rundum ein gesundes Gemüse, enthält jedoch auch Oxalsäure. Der Gehalt ist zwar gering, jedoch können bereits kleine Mengen für Menschen mit rheumatischen Erkrankungen Symptome verstärken. Da der Oxalgehalt besonders in den Blättern der Knolle hoch ist, sollten Betroffene diese nicht und die Knollen nur in Maßen verzehren.

Rübe und Kakao – ein geniales Duo

Apropos Kakao: Schokolade macht glücklich, heißt es. Im Kakao selbst ist Serotonin zwar nicht enthalten, aber es entsteht im Körper, wenn Tryptophan abgebaut wird, das wiederum in Schokolade beziehungsweise in Kakao zu finden ist. Allerdings ist Tryptophan in jedem Protein enthalten und damit in vielen Lebensmitteln.

Schokolade macht glücklich

Dennoch kann Schokolade durch psychologische Prozesse glücklich machen, auch wenn es keine biologische Begründung dafür gibt – eine Art Placebo-Effekt: In der Erwartung, dass Schokolade glücklich macht, kann ihr Verzehr tatsächlich die Stimmung aufhellen.

Der Genuss von wohlschmeckendem Essen und der Gedanke, sich damit etwas Gutes zu tun und sich zu belohnen, sorgen für Glücksgefühle. Verantwortlich ist der Botenstoff Dopamin. Er ist nicht in Schokolade enthalten, aber wird durch das Genussgefühl vom Körper ausgeschüttet und beeinflusst das Belohnungssystem im Gehirn.

Rote Beete gibt deinem Kuchen also einen „gesunden Twist“ – ohne, dass man das erdig-säuerliche Aroma des Knollengemüses herausschmecken würde. Dies gilt jedoch nur für schokoladige Kuchen. Denn im Zusammenspiel mit Kakao verstärkt Rote Beete den leckeren Schoko-Geschmack und intensiviert die schöne dunkle Farbe des Kuchens.

Rote Beete einkaufen und lagern

Rote Beete erhältst du eigentlich überall – vom Supermarkt über den Discounter, den Bioladen bis hin zum Wochenmarkt. Ob mit oder ohne Blätter – die Knollen sollten sich fest anfühlen, prall sein und keine runzelige Oberfläche haben. Tipp: Kleinere Knollen sind etwas zarter. Große, dicke Rüben können manchmal holzig sein.

Du kannst deine Rote Beete bis zu 4 Wochen im Kühlschrank lagern. Schlage sie dabei am besten in ein leicht feuchtes Tuch oder Zeitungspapier ein. Wenn du sie einfrieren möchtest, solltest du sie zuvor schälen, rund 20 Minuten dünsten und klein geschnitten einfrieren. Tiefgekühlt hält sie sich etwa 10-12 Monate.

Zu guter Letzt: Keine Angst bei rotem „Pipi“ oder Stuhlgang!

Zu guter Letzt: Keine Angst bei rotem „Pipi“ oder Stuhlgang!

Bitte erschrick dich nicht, sollte sich dein Urin oder Stuhl nach dem Verzehr von Roter Beete kurzzeitig leicht bis stark rot verfärben. Viele Menschen können den in Roter Beete vorkommenden Farbstoff Betanin nicht abbauen. Daher wird dieser über Urin und Stuhlgang ausgeschieden. Rotes „Pipi“ oder roter Stuhl ist daher ein Nebeneffekt des Rote-Beete-Genusses, der schon viele erschreckt hat, aber vollkommen harmlos ist und schon nach kurzer Zeit wieder verschwindet.

Leas Rezept: Rote-Beete-Schokokuchen

Und so wird‘s gemacht:

Zutaten (1 Kastenform 26 cm/8 Portionen)

Für den Kuchen:
  • 40 g geschrotete Leinsamen
  • 5 EL Wasser
  • 200 g rohe Rote Beete
  • 1/2 Apfel
  • 250 g Dinkelmehl
  • 70 g gemahlene Haselnüsse (oder gemahlene Mandeln)
  • 100 g feiner Rohrzucker
  • 50 g Cashewmus (oder helles Mandelmus)
  • 1 EL Zimt
  • 1 Prise Salz
  • 50 g Kakao
  • 2 TL Backpulver
  • 1 TL Natron
  • 1-2 TL Apfelessig
  • 1 Prise Kardamom
  • 80 ml Kokosöl
  • 250 ml Pflanzendrink (z.B. Haferdrink)

Für das Topping:
  • 100 g vegane Kuvertüre + Raspel zum Garnieren
  • Optional: Gefriergetrocknete Himbeeren, zerstoßen

Zubereitung:

(20 Minuten Arbeitszeit + 40 Minuten Backzeit)

  1. Geschrotete Leinsamen mit 5 EL Wasser verrühren und bis zur Verwendung quellen lassen.
    Rote Beete waschen und ungeschält fein aufraspeln. 1/2 Apfel ebenfalls raspeln.
  2. Dinkelmehl in eine Schüssel sieben. Gemahlene Haselnüsse, Rohrzucker, gequollene Leinsamen, Rote Beete– und Apfelraspel sowie Cashewmus, Zimt, Salz, Kakao, Backpulver, Natron, Apfelessig, Kardamom, Kokosöl und Pflanzendrink hinzu geben und mit dem Rührgerät einen Teig anrühren.
  3. Teig in eine leicht gefettete Kastenform (24-26 cm) füllen und bei 180° Umluft rund 40 Minuten backen (Stäbchentest). Kuchen anschließend noch 10 Minuten in der Wärme des Ofens bei leicht geöffneter Ofentür ziehen lassen.
  4. Kuchen aus der Form stürzen und abkühlen lassen.
  5. Vegane Kuvertüre über einem Wasserbad schmelzen lassen und als Glasur über den Kuchen geben. Kuchen nach Belieben mit gefriergetrockneten Himbeeren und Schokoraspeln garniert servieren.

Guten Appetit!

Deine Lea


Lust auf mehr Rezepte von Lea Green? Einfach hier alle bisherigen „Veggie-des-Monats“-Rezepte von ihr nachlesen. (Oder schau auf Leas Blog vorbei!) Viel Spaß!

Lea Green

Lea Green ist vegane Foodbloggerin und Kochbuchautorin aus München. Seit 2013 veröffentlicht sie jede Woche vielfältige und gesunde vegane Rezepte auf ihrem Rezept- und Genussblog VEGGIES. Über 1,5 Millionen Menschen besuchen jährlich Leas mehrfach preisgekrönten Blog und lassen sich von ihren saisonalen und regionalen Rezepten inspirieren. Auf Instagram findet ihr sie unter @leafromveggies. Lea ist eine von drei Autor:innen unseres Veggie des Monats.