Titelbild zu "Was bei einer Sepsis im Körper passiert" - Eine Frau liegt auf einem Sofa und hält sich den Kopf und den Bauch
Titelbild zu "Was bei einer Sepsis im Körper passiert" - Eine Frau liegt auf einem Sofa und hält sich den Kopf und den Bauch

Wenn eine Infektion gefährlich wird: Was bei einer Sepsis im Körper passiert

Fieber, Schüttelfrost, starke Müdigkeit: Bei einem Infekt sind solche Beschwerden erst einmal nichts Ungewöhnliches. Doch manchmal verändert sich der Zustand innerhalb kurzer Zeit. Die betroffene Person wirkt plötzlich verwirrt, atmet schneller hat Kreislaufprobleme oder fühlt sich ungewöhnlich schwer krank.

Dahinter kann eine Sepsis stecken. Sie entsteht, wenn die Reaktion des Körpers auf eine Infektion außer Kontrolle gerät. Dann wird aus einer Infektion ein medizinischer Notfall.

Das Problem: Eine Sepsis ist nicht immer leicht zu erkennen. Die ersten Beschwerden können denen eines normalen Infekts ähneln. Umso wichtiger ist es, typische Warnzeichen zu kennen und bei einer deutlichen Verschlechterung schnell zu handeln.

Was passiert bei einer Sepsis im Körper?

Unser Immunsystem ist ständig damit beschäftigt, Krankheitserreger abzuwehren. Bei einer Infektion läuft diese Abwehr normalerweise gezielt dort ab, wo Bakterien, Viren oder andere Erreger in den Körper gelangt sind.

Bei einer Sepsis funktioniert diese Begrenzung nicht mehr. Die Abwehrreaktion gerät aus dem Gleichgewicht und kann den gesamten Körper erfassen. Dabei können auch körpereigene Gewebe und lebenswichtige Organe geschädigt werden.

Umgangssprachlich wird eine Sepsis deshalb oft als „Blutvergiftung“ bezeichnet. Dahinter steckt aber keine Vergiftung im klassischen Sinn, sondern eine fehlgesteuerte Reaktion des Körpers auf eine Infektion.

Wird sie nicht rechtzeitig behandelt, können Organe wie Lunge, Herz, Nieren oder Leber beeinträchtigt werden. In besonders schweren Fällen kommt es zu einem septischen Schock, bei dem auch der Kreislauf versagt.

Ein Mann hält sich den Kopf und schaut auf ein Fieberthermometer.

Oft beginnt alles mit einer ganz normalen Infektion

Eine Sepsis ist keine eigenständige Infektionskrankheit. Am Anfang steht eine Infektion, die beispielsweise durch Bakterien, Viren oder Pilze verursacht werden kann.

Mögliche Ausgangspunkte sind:

  • eine Lungenentzündung
  • ein Harnwegsinfekt
  • eine Infektion im Bauchraum
  • eine infizierte Wunde
  • eine Haut- oder Weichteilinfektion
  • andere lokale Infektionen


Meist gelingt es dem Körper, solche Infektionen zu kontrollieren. Nur bei einem Teil der Betroffenen entwickelt sich daraus eine Sepsis.

Deshalb muss auch nicht jede Erkältung oder jedes Fieber Angst machen. Entscheidend ist vor allem, ob sich der Zustand einer erkrankten Person ungewöhnlich stark oder schnell verschlechtert.

Wenn „krank sein“ plötzlich anders wirkt

Viele Beschwerden einer Sepsis sind zunächst unspezifisch. Genau das macht sie so schwer zu erkennen.

Fieber, Erschöpfung oder Herzrasen können schließlich bei vielen Infekten vorkommen. Auffällig wird es besonders dann, wenn mehrere Symptome zusammenkommen oder eine Person deutlich kränker wirkt, als man es bei der bisherigen Infektion erwarten würde.

Mögliche Warnzeichen sind:

  • plötzlich auftretende Verwirrtheit oder starke Teilnahmslosigkeit
  • schnelle oder erschwerte Atmung
  • Herzrasen
  • Fieber und Schüttelfrost
  • starkes Schwitzen oder feuchte Haut
  • ungewöhnlich starke Schmerzen
  • ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl
  • Schwindel oder Kreislaufprobleme


Wichtig ist auch: Eine Sepsis muss nicht immer mit hohem Fieber einhergehen. Einzelne Symptome reichen deshalb nicht aus, um selbst eine Diagnose zu stellen. Entscheidend ist das Gesamtbild.

Das eigene Gefühl darf ernst genommen werden

Manchmal lässt sich schwer beschreiben, was genau anders ist. Betroffene sagen zum Beispiel, dass sie sich „so krank wie noch nie“ fühlen oder dass etwas ganz und gar nicht stimmt.

Auch solche Veränderungen sollten ernst genommen werden, besonders wenn bereits eine Infektion bekannt ist oder vermutet wird.

Bei einer Sepsis kann sich der Zustand innerhalb kurzer Zeit verschlechtern. Deshalb gilt: Bei Verdacht nicht erst abwarten, ob es am nächsten Tag besser wird.

Eine Sepsis ist ein medizinischer Notfall. Bei entsprechenden Warnzeichen oder einer starken Verschlechterung des Zustands sollte sofort der Notruf unter 112 gewählt werden.

Wer hat ein erhöhtes Risiko?

Eine Sepsis kann grundsätzlich jeden Menschen treffen. Bestimmte Faktoren können das Risiko allerdings erhöhen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • höheres Lebensalter
  • sehr junge Säuglinge
  • ein geschwächtes Immunsystem
  • chronische Erkrankungen
  • bestimmte Krebserkrankungen oder deren Behandlung
  • schwere Verletzungen oder größere Operationen


Das bedeutet jedoch nicht, dass Menschen ohne diese Risikofaktoren keine Sepsis bekommen können.

Sepsis vorbeugen: Was kann ich selbst tun?

Eine Sepsis lässt sich nicht in jedem Fall verhindern. Trotzdem kann jeder dazu beitragen, Infektionen vorzubeugen und mögliche Infektionen frühzeitig zu erkennen.

Impfungen: Ein guter Impfschutz kann vor Infektionen schützen, die unter Umständen zu einer Sepsis führen können. Dazu gehören beispielsweise Impfungen gegen Pneumokokken, Grippe oder COVID-19. Welche Impfungen sinnvoll sind, hängt unter anderem vom Alter, persönlichen Risikofaktoren und der individuellen Situation ab.

Wunden richtig versorgen: Kleine Verletzungen sollten möglichst sauber gehalten und bei Bedarf abgedeckt werden. Bei zunehmender Rötung, Schwellung, Wärme, Schmerzen oder eitrigem Sekret sollte die Wunde ärztlich beurteilt werden.

Infektionen ernst nehmen: Nicht jede Infektion benötigt eine besondere Behandlung. Verschlechtert sich der Gesundheitszustand jedoch deutlich oder kommen neue ungewöhnliche Beschwerden hinzu, sollte medizinischer Rat eingeholt werden.

Chronische Erkrankungen gut behandeln: Erkrankungen wie Diabetes oder andere chronische Krankheiten können das Risiko für schwere Infektionsverläufe erhöhen. Regelmäßige ärztliche Kontrollen und eine gute Behandlung können deshalb wichtig sein. 

Und besonders wichtig: Warnzeichen einer Sepsis kennen. Wer eine plötzliche und deutliche Verschlechterung nicht als „normalen Verlauf“ eines Infekts abtut, kann dazu beitragen, dass eine Sepsis früh erkannt und behandelt wird.

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Gut zu wissen

Eine Sepsis kann jeden Menschen treffen. Prävention bedeutet deshalb nicht, Angst vor jeder Infektion zu haben, sondern Infektionen möglichst zu vermeiden, Warnzeichen ernst zu nehmen und im Notfall schnell zu handeln.

Was tun bei Verdacht auf Sepsis?

Bei einem möglichen Notfall zählt vor allem eines: schnell handeln.

Wenn sich der Zustand eines Menschen mit einer Infektion plötzlich deutlich verschlechtert und Warnzeichen wie Verwirrtheit, Atemnot, Kreislaufprobleme oder eine auffällige Teilnahmslosigkeit auftreten, sollte sofort medizinische Hilfe angefordert werden.

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Infektion + plötzliche starke Verschlechterung = aufmerksam werden.

Wenn eine Person auffällig verwirrt wirkt, schlecht Luft bekommt, Kreislaufprobleme hat oder sich außergewöhnlich krank fühlt, sollte eine Sepsis mitgedacht werden.

Im Notfall gilt: 112.

Nach aktuellen Angaben des Robert Koch-Instituts erkranken in Deutschland mindestens 230.000 Menschen pro Jahr an einer Sepsis. Mindestens 85.000 Menschen sterben daran. Das entspricht ungefähr einem Todesfall alle sechs Minuten.
Quelle: Robert Koch-Institut (RKI), Stand September 2026