„Sober Curiosity“: Feiern ohne Alkohol

Alles zum neuesten Trend und leckere Mocktail-Rezepte

Partys, Raves, Bars – alles ohne Alkohol: Immer mehr Jugendliche und Erwachsene feiern lieber ohne Neben- und Nachwirkungen und sind katerlos glücklich. Filmriss? Nein, danke! Und sie haben viele gute Gründe, nüchtern statt betrunken zu feiern. Mehr Kondition auf der Tanzfläche ist nur einer davon.

Rosa, lila, quietschblau, grün – an Ellas 19. Geburtstag ging es bunt rund, auch an der improvisierten Bar. Aber die frisch gemixten Drinks waren alle alkoholfrei. „Meine Freund:innen und ich brauchen keinen Alkohol für gute Laune, im Gegenteil: Ich kriege davon Pickel“, sagt die Studentin.

„Kater? Nein, danke – lieber fit sein“, findet auch Lea, 30, „meine ‚Droge‘ ist die Musik“. Sie tanzt gerne auf Raves und Festivals die Nächte durch und sitzt nach Partys lieber nicht k. o. und mit Filmriss am Arbeitsplatz, sondern betrachtet das Thema „Alkohol und Feiern“ nüchtern: „Ich bin ein Genussmensch –und von Alkohol wird mir einfach zu schnell schlecht.“

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Nüchtern neugierig

Mit ihren Absagen an das Rauschmittel Nummer eins in Europa liegen die beiden voll im Trend. „Sober Curiosity“ (Nüchterne Neugier) und „Mindful Drinking“ (Bewusstes Trinken) sind die Stichworte, vor allem bei der „Generation Z“. Die hat schon fast mehrheitlich mehr Lust auf Alkoholverzicht als Rausch, wie beispielsweise eine Studie des Zukunftsinstituts herausgefunden und im „Health Report 2020“ gezeigt hat. Für die Generation der um die Jahrtausendwende Geborenen gehört nicht nur ein achtsamer Umgang mit anderen, sondern auch mit der eigenen Gesundheit zum Lebensstil. „Ich weiß einfach, was Alkohol für ein Gift ist und wie das dem Körper zu schaffen macht“, bestätigt Marie, 23, die das nicht nur aus ihrem Psychologiestudium weiß: „In meiner Familie sind zwei Menschen an Leberversagen wegen zu viel Alkohol gestorben. Das war schrecklich, das wird mir sicher nicht passieren.“

Schon gewusst?

Laut der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sterben immer noch jährlich „über 20.000 Menschen an den Folgen ihres Alkoholkonsums in Deutschland“. Sie hat deshalb im Rahmen der Kampagne „Kenn dein Limit“ auch einen Wissenstest entworfen: „Wie gut kennen Sie sich beim Thema Alkohol aus?“ Wenn auch du herausfinden willst, wie viel Du tatsächlich über Alkohol, seine Wirkung und den verantwortungsvollen Umgang damit weißt: Gleich testen! www.kenn-dein-limit.de/alkohol-tests/alkohol-wissenstest

Alles ohne Prozente: Bier, Wein, Sekt ­– und Glückshormone!

Es gab auch früher schon alkoholfreie Fastenzeiten. Viele bremsten nach den Feiertagen nicht nur ihren Alkoholkonsum, sondern legten direkt einen Monat Null-Prozente-Pause im Januar zur „Entgiftung“ ein. Für andere Menschen gehört der Verzicht auf Alkohol traditionell zu den Fastenzeiten, z. B. vor Ostern. Neu ist aber: Nüchtern sein gilt jetzt als cool! Und die Erkenntnis: Glückshormone können auf vielerei Arten ausgeschüttet werden.

„Natürlich gab es auch früher schon bewusst alkoholfreie Zeiten, aber jetzt sind sie cool.“

Vorbei sind die Zeiten, als schief angeschaut wurde, wer beim Ausgehen einen Drink ohne Alkohol bestellt hat. „Bist du schwanger?“, „Bist du trockener Alki?“, „Was ist los – mies drauf?“ – Sprüche wie diese gehörten zu den üblichen Kommentaren, wenn man sich auf Partys an Wasser oder Saftschorle hielt.
Gerd, 42, Balletttänzer, musste sich sehr oft erklären, dabei konnte er Besäufnissen noch nie etwas abgewinnen. „Ich brauche die Kraft meines Körpers für meine Arbeit und war deshalb immer nur ein Anstands-Nipper bei Anlässen, bei denen Alkoholkonsum höflichkeitshalber sein musste.“ Das ist vorbei.

Inzwischen gibt es genug Getränke ohne Alkohol und ohne Nachwirkungen, mit denen man auch auf traditionell feierlichen Anlässen nicht auffällt: Die Getränkeindustrie arbeitet unter Hochdruck daran, der steigenden Nachfrage der Verbraucher:innen und Partygäste zu entsprechen. Alkoholfreies Bier bietet inzwischen fast jedes Lokal. Alkoholfreier Sekt, Prosecco oder Wein ist von unterschiedlichen Anbietern auf dem Markt, ihnen wurde nach dem üblichen Gärverfahren der Alkohol entzogen.

Präventionskurse

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Coole Mixkunst: Mocktails

Auch „Mocktails“, benannt nach dem englischen Wort „to mock“, was so viel wie „nachmachen“ bedeutet, werden nicht mehr bloß als farbenfrohe Knaller für Kindergeburtstage belächelt. Immer mehr Barkeeper:innen sehen es als eine schöne Herausforderung an ihre Fantasie, aus Früchten, Kräutern, Prickelndem und Eis toll schmeckende Getränke zu zaubern, ohne die Gäste betrunken zu machen.

Bei Festivals und in den Bars von großen Städten wie München, Frankfurt oder Berlin stehen sie ganz selbstverständlich auf der Karte, nicht nur bei „Sober Sensation“-Events.

Hast du Lust bekommen, selber „alkfrei“ drauflos zu mixen? Wir haben zwei leckere Rezepte für dich!

Rezepte

Her mit den alkoholfreien Drinks!

Hier sind zwei Rezepte:

Dieser Mix sorgt für das gute Copacabana-Party-Gefühl:

  • 1 Bio-Limette abspülen und in Scheiben schneiden, auf 2 Gläser verteilen, mit je 2-3 Löffeln braunem Rohrzucker überstreuen und mit einem Holzstößel oder Kochlöffel zerstoßen.
  • Für das Caipi-typische Crushed Ice füllst du anschließend Eiswürfel in einen Beutel und zerkleinerst diese z. B. mit einem Nudelholz. Das Eis auf die Gläser verteilen und mit Ginger Ale übergießen.

Der klassische Anti-Kater-Cocktail schmeckt schon immer ohne Kater!

  • 400 ml Tomatensaft, 4 cl Zitronensaft, 1 TL Worcestersauce und 1-2 Spritzer Tabasco mischen, mit Pfeffer und Meersalz abschmecken.
  • Eiswürfel auf 2 Gläser verteilen, den würzigen Saft darüber gießen und eine Selleriestange ins Glas stellen. Prost!